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Nachhaltige IT: Die Auswirkungen der neuen CSRD-Regelungen

29. September 2026, Avatar of Thorsten NiesnerThorsten Niesner

Nachhaltige IT ist mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) zur konkreten Berichtspflicht geworden: Seit dem Geschäftsjahr 2024 hat die EU die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung drastisch verschärft. IT-Abteilungen müssen Energieverbräuche, Lieferkettenemissionen und Co. konkret erfassen und im Nachhaltigkeitsbericht dokumentieren.

Nachhaltige IT – Kurz & knapp

  • Seit dem Geschäftsjahr 2024 ist IT ein konkreter Berichtsbereich der CSRD. 
  • Das CSRD Reporting verlangt standardisierte, prüfpflichtige ESG-Daten inklusive IT-bezogene Kennzahlen wie Energieverbrauch und Scope 3-Emissionen der vor- und nachgelagerten Lieferkette.
  • Wer ist von der CSRD betroffen? Große Unternehmen berichten bereits seit 2024, weitere Größenklassen folgen stufenweise bis 2028.
  • Ökologische Nachhaltigkeit in der IT zeigt sich vor allem in drei Handlungsfeldern: Lifecycle-Management, Energieeffizienz und Scope 3-Emissionen.

Was bedeutet nachhaltige IT im Kontext von CSRD Reporting?

Mit der neuen CSRD-Richtlinie weitet die EU die bestehende Nichtfinanzielle Berichterstattung (NFRD) erheblich aus. Im Fokus stehen dabei unter anderem auch Maßnahmen der Green IT, die den Ressourcenverbrauch senken, Emissionen reduzieren und die Transparenz entlang des IT-Lifecycles verbessern.

Nach und nach müssen mehr Unternehmen standardisiert nach ESRS berichten, einschließlich prüfpflichtiger Kennzahlen. ESRS (European Sustainability Reporting Standards) sind die einheitlichen Berichtsstandards der EU über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte. Die Berichte sind verpflichtender Teil des Lageberichts und müssen extern geprüft werden („limited assurance“).

Die Frage, wie energieeffizient Server, Endgeräte und Netzwerke arbeiten, rückt dabei ebenso in den Fokus wie der Umgang mit Altgeräten, Lieferkettenemissionen und soziale Standards. 

CSRD: Wer ist betroffen und was heißt das für die IT?

Ursprünglich sah es so aus, dass auch viele klein- und mittelständische Unternehmen unter die Berichtspflicht fallen würden. 2025 gab es jedoch nochmal eine deutliche Vereinfachung der anstehenden CSRD-Berichterstattung und jetzt kann man sagen: Vor allem große Unternehmen müssen sich künftig mit Berichten im Rahmen der CSRD befassen. Was bedeutet das konkret für die IT?

IT-Abteilungen müssen, sofern es für das Unternehmen als wesentlich eingestuft wurde, für den CSRD-Bericht folgende Daten liefern:

  1. Gesamtenergieverbrauch (Endgeräte, Server, Netzwerk)
  2. End-of-Life von Geräten (Recycling & Entsorgung)
  3. Scope 3-Emissionen aus Hardware-Beschaffung (Scope 3-Kategorie 1: Eingekaufte Waren und Dienstleistungen)
  4. Einhaltung sozialer Standards in Lieferketten (z. B. Menschenrechte bei Hardware-Herstellung)
  5. Generelle IT-Risiken als wesentliche Nachhaltigkeitsaspekte (Cybersecurity im Governance-Kontext von ESG) 

Ohne strukturierte IT-Inventarisierung und automatisiertes Datenmanagement wird CSRD-Reporting manuell, fehleranfällig und audit-riskant.

Nachhaltigkeit in der IT: Was Unternehmen jetzt beachten müssen

Um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und wachsende Berichtspflichten zu erfüllen, müssen Unternehmen die gesamte IT-Landschaft in den Blick nehmen. Besonders relevant für die Nachhaltigkeit in der IT sind dabei die folgenden drei Handlungsfelder:

1. Lifecycle-Management

  • Gerätelebensdauer verlängern (3 → 6 Jahre), Reparatur und Refurbishment statt Neukauf, Entsorgungsprozesse dokumentieren. DEX-Analyse ermöglicht bedarfsgerechte Lebenszyklussteuerung durch Performance-, Stabilitäts- und Nutzerfeedbackdaten.

2. Energieeffizienz

  • Power-Management via UEM, Virtualisierung, Monitoring pro Endpoint, energieoptimiertes Coding, automatisierte Updates, lange Support-Zyklen. DEX-Performance-Scoring liefert technische Metriken (CPU-, RAM-, I/O-Auslastung per Endpoint), identifiziert ineffiziente Systeme (Überlastung, Unterauslastung, Ressourcenfresser) und ermöglicht Software-Optimierung → reduziert Energieverbrauch durch optimierte Nutzung.

3. Scope 3-Emissionen aus Hardware

  • Scope 3-Emissionen sind alle indirekten Emissionen in der vor- und nachgelagerten Lieferkette. Bei IT-Hardware entsteht der Großteil bereits in der Produktionsphase (Rohmaterialgewinnung, Weiterverarbeitung, Montage). Lieferantenevaluierung, CO₂-Emissionen per Asset dokumentieren, zertifizierte Anbieter bevorzugen. DEX-getriebene Entscheidungen führen zu weniger Neuanschaffungen und längeren Refresh-Zyklen.

Bei allen drei Handlungsfeldern können UEM- und DEX-Tools operativ unterstützen:

  • baramundi Management Suite (UEM): Zentrale Asset-Inventarisierung (per Asset-ID, Typ, Kaufdatum), automatisierte Power-Management-Policies (Sleep/Shutdown), Virtualisierung, zentrales Altgerätemanagement, Datenextraktion für ESRS-Reporting (CSV, API)
  • baramundi Proactive Hub (DEX): Performance-Scoring (CPU-, RAM-, I/O-Auslastung per Endpoint), Nutzerfeedback (Zufriedenheit, wahrgenommene Performance), Identifikation ineffizienter Systeme (Überlastung, Unterauslastung, Ressourcenfresser), elektrische Metriken für EPD- und ESRS-E1-Kennzahlen, kontinuierliche Telemetrie statt Momentaufnahmen

Energieeffizienz als Schlüssel zur nachhaltigen IT

Unter anderem ist ein zentrales Ziel der Nachhaltigkeit im Sinne der CSRD, Energieverbrauch zu reduzieren und hier kann die IT signifikant beitragen. Doch viele Unternehmen stehen vor den Fragen:

  • Welche Ressourcen verbraucht unsere IT wirklich?
  • Wo gibt es ungenutzte Einsparpotenziale?
  • Welche Maßnahmen lassen sich sofort umsetzen?

Energieeffizienz in der IT ist häufig schnell zu verbessern – etwa durch gezieltes Geräte-Management, zentralisierte Updates oder automatisierte Schlafmodi. Das trägt dazu bei, den Stromverbrauch langfristig zu senken und zugleich Betriebskosten zu sparen.

CSRD Reporting: Neue Anforderungen im Überblick

Da zahlreiche Nachhaltigkeitsdaten aus IT-Systemen stammen oder dort verarbeitet werden, spielt die IT eine zentrale Rolle bei der Erfüllung der CSRD-Anforderungen. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

  • Mehr Berichtspflichtige: Auch nicht-börsennotierte Unternehmen werden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet
  • Detailliertere Angaben: z. B. zu Energieverbräuchen, Emissionen, Ressourcennutzung oder Menschenrechten
  • Einheitliche Berichtsstandards: Einführung von ESG (Environmental, Social, Governance) als Bewertungsrahmen
  • Externe Prüfung: Nachhaltigkeitsberichte werden prüfpflichtig

Das bedeutet: Wer IT-bezogene Nachhaltigkeitsaussagen nicht dokumentieren kann, gerät ins Hintertreffen – sowohl bei Audits als auch bei Stakeholdern.

Fazit: Nachhaltige IT als zentraler Teil der Nachhaltigkeits-Strategie

Mit der CSRD wird das Thema Nachhaltigkeit messbar und berichtspflichtig. Damit rückt auch die IT stärker in den Fokus, denn sie beeinflusst Energieverbrauch, Ressourceneinsatz und Emissionen entlang des gesamten Gerätelebenszyklus.

DEX liefert die Datengrundlage, um Nachhaltigkeit operationalisierbar zu machen: Statt punktueller Audits liefert es laufend Telemetriedaten, sodass IT-Teams nicht nur reagieren, sondern proaktiv steuern können. Nachhaltige IT ist damit nicht nur eine Frage der Compliance. Maßnahmen wie längere Nutzungszeiten, energieeffizienterer Betrieb oder emissionsärmere Beschaffung können gleichzeitig Umweltziele unterstützen und Kosten reduzieren – vorausgesetzt, die notwendige Transparenz über Geräte, Prozesse und Verbrauchsdaten ist gegeben. Tools wie die baramundi Management Suite schaffen hierfür die Datengrundlage.

So wird die IT nicht nur zum Treiber der Digitalisierung, sondern auch zu einem wichtigen Baustein einer erfolgreichen Nachhaltigkeitsstrategie.

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