Digital Employee Experience | IT Security

Proactive Hub: Wie IT-Teams trotz Signalflut handlungsfähig werden

17. Juni 2026, Avatar of Robert KlingerRobert Klinger

IT-Teams sehen heute mehr als je zuvor und genau das wird zum neuen Problem. Denn mehr Sichtbarkeit bedeutet nicht automatisch mehr Klarheit. Digital Employee Experience (DEX) bleibt dabei die unverzichtbare Grundlage. Der Proactive Hub geht noch einen Schritt weiter: von der Erkenntnis zur Entscheidung.

baramundi Proactive Hub: Kurz & knapp

  • Moderne IT-Teams verfügen über mehr Daten als je zuvor. Das schafft aber ein neues Problem: Richtige Entscheidungen unter großer Signalflut. 
  • DEX bleibt eine Grundlage für weitreichende Endpoint-Transparenz, stößt aber dort an Grenzen, wo Diagnose und Handlung gefragt sind. Wachsende Sicherheitsanforderungen und Fachkräftemangel verschärfen den Druck. 
  • Der baramundi Proactive Hub führt die bisherigen Funktionen von Argus Experience und dessen Nachfolger perform2work zusammen. Er verbindet Performance, Security und Remediation zu einem Kreislauf aus Insight, Guidance und Action.

Früher war das Problem oft der Blindflug. Ein Nutzer meldete: „Mein Rechner ist langsam.“ Und für die IT begann die Suche. War es die Anwendung? Das Gerät? Das Netzwerk? Ein Update? Oder „nur“ ein subjektiver Eindruck?

Heute ist die Situation anders. IT-Teams sehen mehr als je zuvor: Gerätezustände, Nutzerfeedback, Sicherheitslücken, Versionsstände und das alles in Echtzeit. Das ist ein Fortschritt. Aber es ist auch ein neues Problem.

Mehr Sichtbarkeit ist wertvoll. Aber sie löst noch kein Problem.

Das Alert-Problem der modernen IT

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Eine geschäftskritische Anwendung friert bei vielen Nutzern regelmäßig ein. Gleichzeitig zeigt sich: Auf vielen Endpoints läuft eine veraltete Version dieser Anwendung. Sie ist nicht nur instabil, sondern möglicherweise auch sicherheitsrelevant.

Das Dashboard zeigt: betroffene Geräte, veraltete App-Versionen, Nutzerfrust und eine bekannte Schwachstelle. Alles gleichzeitig, alles relevant — aber nicht automatisch gleich wichtig. Was ist die Ursache? Was ist das Risiko? Was muss zuerst passieren? Soll die IT das Sicherheitsupdate sofort ausrollen, obwohl unklar ist, ob es die Stabilitätsprobleme verschärft? Sollte sie zunächst eine Pilotgruppe aktualisieren und die Wirkung messen? Oder braucht es erst eine gezielte Ursachenanalyse, bevor eine Remediation-Aktion angestoßen wird?

Das Problem ist nicht mehr die Unsichtbarkeit. Das Problem ist die Entscheidung unter Signalflut.

Digital Employee Experience bleibt die Grundlage

Digital Employee Experience (DEX) war und bleibt ein wichtiger Durchbruch. Im Bereich DEX hat erst baramundi Argus Experience und jetzt baramundi perform2work sichtbar gemacht, was früher oft nur als Ticket, Bauchgefühl oder Nutzerfrust auftauchte.

Gerade im Beispiel der einfrierenden Anwendung liefert DEX die entscheidenden Signale: Wie oft tritt das Problem auf? Welche Geräte sind betroffen? Welche Version ist installiert? Hat sich das Verhalten nach einem Update verändert? Melden Nutzer Frust, obwohl klassische Monitoring-Werte unauffällig aussehen?

DEX ist also noch lange nicht „vorbei“. Im Gegenteil: DEX bleibt die Experience-Signalschicht, ohne die moderne IT viele Probleme gar nicht als solche identifizieren würde.

DEX zeigt, wo digitale Arbeit leidet. Genau deshalb bleibt es zentral.

Aber ein Dashboard ist noch keine Entscheidung

Wenn das Dashboard zeigt, dass eine Anwendung häufig einfriert, ist die wichtigste Arbeit noch nicht erledigt. Liegt es an der Version? An RAM-Auslastung? An einem bestimmten Gerätetyp? An einem Update? Oder an einer Kombination aus allem?

Und selbst wenn die Ursache wahrscheinlich ist, bleibt die nächste Frage: Was jetzt? Update? Rollback? Aufschaltung? Ticket an den Hersteller? Kommunikation an die Nutzer? Oder erst weiter beobachten?
All das ist keine sinnlose Kette an rhetorischen Fragen. Es bleibt die eigentliche Arbeit des Admins: einordnen, testen, ausschließen, entscheiden. Und genau diese Detektivarbeit kostet Zeit, die an anderer Stelle fehlt. Und hier endet auch der Nutzen eines reinen Analysewerkzeugs. DEX macht zwar sichtbar, wo es weh tut. Aber die Lösung liegt weiterhin beim Admin.

Wer nur sieht, aber nicht handelt, hat ein teures Dashboard.

Security verschärft dieselbe Logik

Das gleiche Muster zeigt sich im modernen Schwachstellenmanagement: Scanner finden offene CVEs, veraltete Anwendungen, riskante Konfigurationen oder fehlende Updates. Auf dem Papier ist das gut. In der Praxis entsteht aber oft nur die nächste lange Liste.

Der Druck ist real: Laut BSI-Lagebericht 2025 wurden im Berichtszeitraum durchschnittlich 119 neue Schwachstellen in IT-Systemen pro Tag bekannt — rund 24 Prozent mehr als im vorherigen Berichtszeitraum. Schwachstellenmanagement ist damit keine gelegentliche Patch-Aufgabe mehr, sondern ein permanenter Priorisierungsprozess.

Zurück zum Beispiel: Die einfrierende Anwendung ist nicht nur ein Experience-Problem. Sie kann gleichzeitig ein Security-Problem sein. Ein Patch könnte das Risiko reduzieren, aber vielleicht verschlechtert er die Performance. Ein Rollback zur vorherigen „stable version“ könnte Stabilität bringen, gleichzeitig jedoch die Security verschlechtern. Genau deshalb müssen Experience und Security zusammen betrachtet werden.

Experience und Security treffen sich auf demselben Endpoint.

Der eigentliche Engpass ist Kapazität

IT-Teams können diese wachsende Komplexität nicht einfach mit mehr Personal auffangen. Laut Bitkom waren 2025 in Deutschland rund 109.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt. 85 Prozent der Unternehmen sehen einen aktuellen Mangel, 79 Prozent erwarten eine weitere Verschärfung. Gleichzeitig setzen 8 Prozent der Unternehmen bereits verstärkt KI gegen den Fachkräftemangel ein; 35 Prozent erwarten Produktivitätssteigerungen durch KI und 20 Prozent eine bessere Qualität der Arbeitsergebnisse. 

Das bedeutet nicht, dass KI Admins einfach ersetzt. Aber es zeigt, wohin sich moderne IT-Plattformen entwickeln müssen: Sie dürfen nicht nur mehr Daten liefern. Sie müssen helfen, vorhandene Kapazität wirksamer einzusetzen; durch Priorisierung, erklärbare Empfehlungen und vorbereitete Aktionen.

Wenn Fachkräfte knapp sind, braucht es Software, die Entscheidungen vorbereitet, nicht nur Daten liefert.

Genau hier wächst perform2work zum baramundi Proactive Hub weiter

Der baramundi Proactive Hub ist nicht einfach eine neue Oberfläche nach perform2work. Er ist die konsequente Weiterentwicklung davon. perform2work bleibt ein zentraler Baustein: Stabilität, Performance, Konnektivität und Enduser-Feedback liefern weiterhin die Signale, die IT-Teams brauchen, um digitale Reibung sichtbar zu machen. Aber die Anforderungen an moderne IT enden nicht bei Sichtbarkeit. Admins müssen verstehen, was relevant ist, welche Risiken entstehen und welche Handlung als Nächstes sinnvoll ist. Im Beispiel der einfrierenden und zugleich veralteten Anwendung geht es deshalb nicht mehr nur darum, das Problem zu erkennen.

Die Plattform muss helfen, drei Fragen zu beantworten:

Was passiert?
Die App friert auf bestimmten Geräten häufiger ein. Bestimmte Versionen oder Gerätetypen sind auffällig. Nutzerfeedback bestätigt den Frust.

Warum ist es relevant?
Das Problem kostet Produktivität. Gleichzeitig kann die veraltete Version ein Security-Risiko sein. Die Entscheidung betrifft also Performance und Security zugleich.

Was sollte ich tun?
Hier beginnt der eigentliche Mehrwert des Proactive Hub: Er soll nicht nur weitere Hinweise anzeigen, sondern den nächsten sinnvollen Schritt vorbereiten. Zum Beispiel betroffene Geräte gruppieren, Versionen vergleichen, Update- und Experience-Risiken einordnen, Infos an ITSM-Lösungen weiterleiten oder eine Remediation-Aktion anstoßen.

Damit bleibt perform2work im Kern erhalten, aber es wächst über reine Analyse hinaus. 

Der Proactive Hub macht aus DEX-Sichtbarkeit einen größeren Handlungskreislauf: erkennen, verstehen, entscheiden, ausführen und Wirkung prüfen.

Insight, Guidance, Action

Der rote Faden des Proactive Hub lässt sich einfach beschreiben:

Insight:
Von Stability und Performance über Nutzerfeedback bis zu kritischen Schwachstellen und veralteter Software
-> Probleme und Risiken werden erkannt, eingeordnet und priorisiert

Guidance: 
Welche Ursache ist wahrscheinlich? Welche Maßnahme ist sinnvoll? Welche Risiken bestehen? 
-> Admins erhalten Unterstützung bei der Entscheidung.

Action: 
Software-Update anstoßen, Informationen an ein ITSM-System übergeben, Remote-Support starten, Daten exportieren oder perspektivisch automatisierte Remediation ermöglichen.
-> Erkenntnis und Handlung werden direkt miteinander verknüpft.

Der Unterschied liegt im geschlossenen Kreislauf: Erkennen, verstehen, entscheiden, ausführen, Wirkung prüfen.

Ein Dashboard zeigt, was ist. Der Proactive Hub verändert, was wird.

baramundi Proactive Hub: Der nächste Reifegrad

Und der Entwicklungspfad lässt sich noch weiterführen: vom reinen Sichtbarmachen digitaler Reibung und Remediation hin zu einem proaktiven Management des digitalen Arbeitsplatzes. Proaktiv bedeutet dabei: Probleme nicht erst bei größeren Störungen oder Ticketwellen zu behandeln, sondern sie früher zu erkennen, besser einzuordnen und gezielt Maßnahmen einzuleiten. 

Diese Ausrichtung ist dabei nicht einfach ein Auto-Fix-Knopf. Es beschreibt eher einen Reifegrad: Wenn eine Plattform genügend Kontext, Erfahrungswerte und Vertrauen aufbaut, können wiederkehrende Abläufe schrittweise standardisiert, geführt und später teilweise autonom ausgeführt werden. Im Beispiel der einfrierenden und veralteten Anwendung heißt das: Heute hilft der Proactive Hub dem Admin, Ursache, Risiko und nächste Maßnahmen besser einzuordnen. Morgen kann die Plattform ähnliche Muster früher erkennen, bewährte Maßnahmen vorschlagen und bestimmte Schritte kontrolliert automatisieren.

Der Weg führt zu einem proaktiven und perspektivisch autonomen Management des digitalen Arbeitsplatzes.

Fazit: Nicht noch mehr sehen. Besser handeln.

Moderne IT braucht Sichtbarkeit, denn ohne DEX bleiben viele Performance-Probleme am Endgerät und damit viele Frustquellen der End User unsichtbar. Fehlt dann jedoch der Security-Kontext, bleiben Risiken schwer bewertbar. Und folgt daraufhin keine Remediation, bleibt Erkenntnis oft konsequenzlos.

Also reicht Sichtbarkeit allein nicht mehr. Als leitende Frage gilt stattdessen: 

Was sollte ich jetzt tun, damit meine Umgebung stabiler, sicherer und produktiver wird?
Der gesamte baramundi Proactive Hub geht den nächsten Schritt: Er verbindet Experience, Security und Remediation zu einem Kreislauf, der IT-Teams aus dem reaktiven Modus führen soll. Nicht, indem DEX ersetzt wird; sondern indem DEX Teil eines größeren Zusammenhangs wird.

Von Visibility und Orientation zu Action und überprüfbarer Wirkung. Und perspektivisch: von einer proaktiven Plattform zu kontrollierter, vertrauenswürdiger Autonomie.

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